Das Motto der Isle of Man lautet: "Trady-loar". "Genug Zeit". Dr. George Daniels hat sie sich immer genommen - der Meisteruhrmacher hat pro Jahr eine Uhr gebaut; jedes der rund 1000 Teile hat er selbst angefertigt. Der Engländer lebt seit über 20 Jahren auf der Insel in der Irischen See - wegen der niedrigen Steuersätze, des milden Klimas, der Ruhe. Ab und an setzt er sich auf sein Rennmotorrad und fährt die 60 Kilometer ordinärer, enger Landstraße, die die Insel berühmt gemacht haben: Auf ihr wird seit 1907 die "Tourist Trophy" ausgefahren, das weltberühmte Motorrad-Straßenrennen. Dr. Daniels ist 79 Jahre alt, hochgerühmt für seine Uhren, liebt Geschwindigkeit und sagt, Zeit bedeute ihm persönlich nichts.
Richard Quayle ist ein echter Manx. Die Leute nennen ihn "Milky", weil er trotz seiner 32 Jahre aussieht wie ein Pennäler. Milky arbeitet tagsüber als Mechaniker in einer KFZ-Werkstatt. Nachts fährt er Taxi. Der freundliche junge Mann hat es mit Motorradrennen zum lokalen Helden gebracht. Bis er bei der "Tourist Trophy 2003" bei Tempo 145 auf der schmalen Landstraße eine Mauer touchierte und 150 Meter durch die Luft flog. Rennen fährt er nicht mehr, aber er kann den Wahnsinn nicht vergessen.
Milky und Dr. Daniels: zwei der rund 70 000 Menschen, die auf der Isle of Man leben. Die Insel scheint den Spagat zwischen uralter Tradition und Internet-Zeitalter zu beherrschen. Ein Porträt der kleinen, abgelegenen Insel mit spannender Geschichte und Gegenwart.
Quelle: programm.daserste.de _________________ Diese Nachricht wurde erstellt durch den InselTalk-Infoservice.
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